Kanile'a KSR Tenor gloss Deluxe Koa

  • Ich habe im bei meinem Besuch im Februar 2020 erstmalig nicht nur fertig gebaute Ukulelen ausgesucht, sondern auch wood sets aus premium koa.
    Da Joe Souza bereits seit Jahren intensiv eine Plantage mit Koabäumen auf Big Island bewirtschaftet, schlägt er selbst Koa, das zu dem besten und schönsten gehört, was man je gesehen hat. Ich habe mir aus diesem Koa einige Sets herausgesucht, aus einem dieser Sets ist diese KSR entstanden. Allerdings hat Joe dann dieses Koa als Deluxe eingestuft, offenbar fehlten ihm ein paar Prozent "curl" zu Premium. Das kann ich nur begrüßen, denn für mich sieht es immer noch "premium" aus und klingt auch so. Die Ukulele kostet aber 200€ weniger als gedacht:-))

    Die KSR basiert auf der 2016er Platinum. Offensichtlich war die Nachfrage nach dieser limited edition wegen ihrer besonderen Features sehr hoch, so daß sich Joe Souza entschlossen hat, zwei der beliebtesten Features - der slotted headstock und der Bevel - mit einer K1 zu kombinieren. Herausgekommen ist die KSR!

    Der Korpus gleicht einer K1 mit dem neuen Bracing, es gibt keine Bindings oder Rosette, um den Preis "moderat" zu halten. Dafür hat Joe der KSR einen Bevel spendiert. Dieser ist im Vergleich zu anderen Herstellern wie z.B. Maestro sehr dezent gehalten, das heißt, die Abschrägen ist max. 7 mm "lang". Aber sie macht ihren Job. Der rechte Unterarm liegt genau auf der Rundung, es fehlt einem nichts. Und durch diese kompakte Bauweise wird natürlich auch die Deckenfläche so wenig wie möglich verkleinert.

    Das zweite Feature ist die Fensterkopfplatte, die eine Dicke von 12 mm hat und dadurch - anders als z.B. bei der KSE - sehr schlank wirkt und natürlich auch Gewicht spart. Diese "Schlankheit" wird möglich durch die Gotoh Stealth Tuner, die kleinsten und leichtesten Mechaniken überhaupt, die aber trotzdem eine Übersetzung von 1:18 haben (beim Saitenwechsel sollte man also eine Kurbel zur Hand haben:-)).

    Diese Kopfplatte ist natürlich ein wichtiges optisches Feature, aber es hat auch klangliche Auswirkungen. Durch die andere Art der Saitenbefestigung laufen die Saiten in einem steileren Winkel hinter dem Sattel zur Welle des Tuners und bekommen so einen stärkeren Andruck auf dem Sattel. Dies führt zu einem strafferen und volleren Ton. Natürlich sind das nur Feinheiten, aber im direkten Vergleich - wie auf dem Video zu hören - durchaus wahrzunehmen.

    Fazit: ein sehr gelungenes Modell mit den wichtigsten Features der 2016er Platinum, aber ohne deren Preisschild (lag bei 3499,- Euro).

    Das neue Kanile'a Gigbag ist im Preis inbegriffen. Die Fotos zeigen das konkret zum Verkauf stehende Instrument, die Seriennummer lautet 0620-22846

    • Decke: Premium Koa massiv
    • Boden/Zargen: Premium Koa massiv
    • Mensur: 434 mm ( Tenor )
    • Deckeneinfassung: keine
    • Bodeneinfassung: keine
    • Hals: Mahagoni
    • Griffbrett: Ebenholz
    • Einlagen: mother of pearl dots 5./7./10./12./15 Bund
    • Sattel/Steg: NuBone
    • Brücke: Ebenholz
    • Mechaniken: Gotoh Stealth, Übersetzung 1:18
    • Rosette: keine
    • Kopfplatte: Ebenholz-Furnier
    • Halsbreite 1./12. Bund: 38 / 46 mm 
    • Gewicht : 600 Gramm 
    • Deckenbreite max: 23,5 cm 
    • Zargenhöhe max: 7 cm
    • Extras: Fensterkopfplatte, Bevel, TRU-R Bracing, kompensierte Stegeinlage, Steckersteg mit schwarzen Pins, UV gloss finish, Aquila Saiten, Logo und Dots aus mother-of-pearl , Kanile'a Gigbag

  • Kanile'a ist einer der großen "4K" aus Hawaii und für mich die Speerspitze des modernen, aber tief in der Tradition verwurzelten Ukulelenbaus, 

    Joe Souza und seine Mitarbeiter bauen in ihrer Werkstatt in Kaneohe auf Oahu in minuziöser Handarbeit kleine Schmuckstücke mit dem typischen "Kanile'a-Sound", der unabhängig von der Größe der Ukulele immer gut erkennbar ist. Dieser Sound wird von vielen Profis sehr geschätzt (u.a. Aldrine Guerrero/Ukulele Underground, der mit Joe Souza ein eigenes Modell entwickelt hat).

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