DeVine Muse Tenor #3

  • Ich habe Eric im Februar 2018 aus Maui besucht und gefragt, ob er Ukulelen für meinen Shop bauen würde. Normalerweise macht er so etwas kaum bis gar nicht, da er eine Warteliste von drei Jahren hat. Aber da wir uns sehr sympathisch waren und ihm mein Spiel und meine Freude an seinen Instrumenten gefiel (ich dürfte eine Tenor und eine Bariton ausprobieren), stimmte er zu. Und zu meiner großen Begeisterung konnte ich nicht nur eine, sondern gleich drei Tenors bestellen.

    Ich habe in den letzten Jahren schon viele DeVines spielen dürfen und konnte feststellen, daß sie von Jahr zu Jahr besser werden. Eric hat sein bracing über die Jahre hinweg perfektioniert, ist jetzt weg vom Kasha bracing und bietet nur sein sein modifiziertes "Muse" bracing an. Lassen wir doch den Meister selbst sprechen:

    "Named for it's ability to inspire, the Muse ukulele is sure to bring out your inner artist. It's tighter waist and sloping shoulders give it a look that suggests precision and accuracy. The Muse model ukulele is based off of the same bracing system as the Kasha ukulele but designed for a more precise style of playing. The Muse offers a slightly more detailed sound. You will tend to hear the strings more independently of each other. This makes it just slightly better for finder picking or classical styles of playing. If you were to compare it to a guitar, it would be the Jumbo or Grand Auditorium of the uke would."

    Nun versuche ich es noch mit meinen eigenen Worten:-)) Schon wenn man sich nur den Ameritage-Koffer ansieht, wird klar, hier erwartet einen etwas Besonderes. Öffnet man den Koffer, erblickt man nicht nur eine wunderschöne Ukulele, sondern ist auch von dem speziellen Duft einer DeVine angetan.

    Nimmt man die Ukulele aus dem Case, fällt einem sofort das sehr geringe Gewicht auf. Hier ist alles auf optimale Schwingungsübertragung ausgelegt. Greift man den ersten Akkord, ist man erstaunt über den sehr schmalen Hals, der sich aber trotz (oder vermutlich eher wegen) der geringen Maße unglaublich gut bespielen läßt. Das Griffbrett ist am Sattel nur 36 mm breit, durch die Ausnutzung der Breite sind die Saitenabstände aber genau wie bei z.B. einer Koaloha mit 38 mm Sattelbreite. Die Dicke des Halses ist sehr speziell, im 1. Bund nur 16mm. Bis zum 10. Bund verdickt sich der Hals auf 20 mm. Koaloha und Ko'olau haben dagegen 20mm im 1. und 23mm im 10. Bund.

    Ich bin eh ein großer Fan von dünnen Hälsen (meine Signature Ukulelen von Kala und Uluru sowie die von Claus Mohri gebaute haben einen noch flacheren Hals), daher finde ich die Bespielbarkeit der DeVine traumhaft.

    Die optischen Features möchte ich gar nicht alle aufzählen, das würde sehr lange dauern, schaut Euch einfach die Bilder an. So eine Verarbeitung bietet weltweit kein anderer Hersteller. Allein die Präzision der Inlays ist sehenswert (allerdings nimmt Eric für dieses Inlay einen Aufpreis von $1000). Und welcher Hersteller graviert schon den innen liegenden Halsblock und die Bodenleiste?

    Und nun: der Sound. Was soll ich sagen, außer vielleicht - einzigartig. Eric konzipiert seine Ukulelen nicht auf Lautstärke, sondern maximale Tonschönheit mit maximalem Sustain. Harte Strummer, die sich nur in den ersten fünf Bünden aufhalten, werden mit der DeVine nicht viel anfangen können. 

    Wer aber gerne Fingerstyle spielt oder Soloarrangements á la Jake oder James Hill oder einfach nur schöne Melodien mag, der wird keine besser geeignete Ukulele finden als eine DeVine. Welche Ukulele produziert sogar noch im 19. Bund noch einen wirklich verwertbaren Ton? Leider ist momentan kein Set-up für Audioaufnahmen im Umbau, daher kann ich gerade keine Videos machen, die dem Sound wirklich gerecht werden. Ich hoffe, das wird sich in den nächsten Wochen ändern, dann mache ich sofort ein Video, denn das wird mehr sagen als 1000 Worte. 

    Nur noch so viel: ja, eine DeVine ist teuer. Aber sie ist jeden Euro wert, denn sie spielt in ihrer ganz eigenen Liga. Wer die Möglichkeit hat, diese Ukulelen bei mir im laden anzutasten, der sollte es tun. Es erweitert den Horizont:-)) 

    Die Unterschiede der drei verschiedenen Modelle sind, wenn man sie direkt vergleicht, natürlich deutlich hörbar. Erwartungsgemäß hat die Fichtendecke die meisten Höhen, die Koadecken klingen weicher und wärmer. Aber bei allen drei hört man: es ist eine DeVine. Eine Ukulele für´s Leben!

    • Decke: Master Grade Koa
    • Boden/Zargen: Master Grade Koa
    • Mensur: 432 mm ( Tenor )
    • Deckeneinfassung: Koa / Abalone
    • Bodeneinfassung: Koa 
    • Hals: Mahagoni
    • Griffbrett: Ebenholz
    • Einlagen: DeVine signature inlays 3. / 5. / 7. / 10. / 12. / 15. / 17. Bund
    • Sattel/Steg: Knochen
    • Brücke: Ebenholz
    • Mechaniken: Waverlys gewinkelt, verchromt
    • Rosette: Abalone
    • Kopfplatte: Mahagoni mit Ebenholz-Furnier
    • Halsbreite 1./12. Bund: 36 /45 mm
    • Gewicht: 590 Gramm
    • Deckenbreite max: 22 cm
    • Zargenhöhe max: 7,4 cm
    • Bünde: 19
    • Luxus-Hardcase "Ameritage"
    • off-set Schalloch auf Decke

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